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Bakterielle und virale Infektionen

Der molekulargenetische Nachweis von viralen und bakteriellen Erregern mittels PCR (Polymerasekettenreaktion) und DNA-Sequenzierung lässt sich an Frischmaterial ebenso wie an Paraffinschnitten durchführen. Das Gewebe wird DNA- Extraktionsmethoden unterzogen. Vorhandene DNA-Kopien eines Erregers im DNA-Lysat werden mittels genspezifischer Oligonukleotide in der PCR vermehrt und elektrophoretisch nachgewiesen. Gegebenenfalls wird durch DNA-Sequenzierung oder in situ-Hybridisierung weiter differenziert.
 
Insbesondere bei der Diagnose von Borrelliosen, viral induzierten Dermatosen und unklaren Exanthemen bietet sich der Erreger- nachweis mittels „nested PCR“ an.

DNA-Sequenierung

Abb.1: Beispiel einer DNA-Sequenzierung


Die folgende Übersicht stellt einen Auszug der zur Zeit zur Verfügung stehenden Testnachweise dar. Entsprechend der Forschung und neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse werden die Nachweise laufend ergänzt. 

Übersicht Testnachweise

Bakteriell
/ Borrelia burgdorferi/afzelli/garinii
/ Mykobakterien-Spezies
/ Bartonella-Spezies
/ Treponema pallidum
 
Viral
/ Papillomaviren (kutan, mucosa)
/ HSV-1 und HSV-2
/ Varicella-Zoster-Virus
/ Cytomegalie-Virus
/ Epstein-Barr-Virus
/ HHV-6 und HHV-7
/ HHV-8 (KSHV)
/ HTLV-1
/ Parvovirus B 19
 
Beispiel bakterielle Infektionen

Mycobacterium-Spezies erfordern eine Identifizierung auf Speziesebene, um Aussagen über die Pathogenität treffen zu können. Der PCR-basierte Nachweis mykobakterieller Genfragmente wie der 16S RNA, der ITS-Region oder des Hsp65-Proteins erlaubt die Subtypisierung von mehr als 20 verschiedenen Spezies, darunter M. tuberculosis / M. bovis gegenüber M. leprae oder atypischen Mykobakterien.
 
Beispiel virale Infektionen
HHV-8 Das mit dem Kaposi-Sarkom assoziierte Virus KSHV bzw. HHV 8 (menschliches Herpes Virus-Typ 8) lässt sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt als Prädiktor für klassisches Kaposi-Sarkom bei hämangio-proliferativen Erkrankungen nachweisen.
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