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Immunfluoreszenz auf unterschiedlichen Substraten

Die indirekte Immunfluoreszenz (IIF) und insbesondere die ELISA-Diagnostik bieten eine sinnvolle Erweiterung bei der Erkennung von blasenbildenden Dermatosen und haben sich insbesondere bei Erkrankungen wie dem Bullösen Pemphigoid aufgrund ihrer diagnostischen Sensitivität und Spezifität bewährt. Beide Methoden erlauben ein Monitoring von Krankheitsverläufen. Zum Beispiel sind die Ig-Titerkonzentrationen im Blut von Pemphigus-Patienten direkt mit dem Grad der Erkrankung korreliert und liefern Hinweise auf den therapeutischen Erfolg. Für diese Verfahren benötigt das Labor Serum, welches unter Einhaltung der beschriebenen Vorgehensweisen zur IIF (siehe Checkliste 4c Probenversand) problemlos bei Raumtemperatur verschickt werden kann.

 
Bei folgenden Krankheitsgruppen wird die Serumanalyse auf zirkulierende Autoantikörper empfohlen: Pemphigusgruppe inkl. Paraneoplastischer Pemphigus, Bullöses Pemphigoid, Herpes gestationis, Epidermolysis bullosa acquisita (zur Abgrenzung gegenüber Bullösem Pemphigoid), Lineare IgA-Dermatose (LAD) und Dermatitis herpetiformis.
 
Humane Spalthaut dient als IIF-Substrat zur Differenzierung von Bullösem Pemphigoid (BP) und Epidermolysis bullosa acquisita (EBA). Innerhalb und entlang der Basalmembran sind verschiedene Zielantigene lokalisiert: BP 180 und BP 230 für das bullöse Pemphigoid und Typ VII-Kollagen für den Nachweis der EBA.

      
      

Abb.1:
Bullöses Pemphigoid:
Signal am Blasendach


Abb.2:
Epidermolysis bullosa
acquisita: Signal am
Blasenboden

Abb.3:
Nachweis von Antikörpern
bei Paraneoplastischen
Pemphigus am
Harnblasenepithel


Zur Herstellung eines IIF-Substrates (Spalthaut) wird die Basalmembran durch Inkubation in Salzlösung künstlich getrennt. Die Zielantigene für BP befinden sich am oberen Teil des Spalts (Lamina lucida), d.h. am Blasendach (Abb.1). Die Zielantigene für EBA finden sich dagegen im unteren Teil, der Sublamina densa (Blasenboden) (Abb.2). Humane Spalthaut kann ebenso für den Antikörpernachweis bei Schleimhautpemphigoid, Herpes gestationis sowie bullösem Lupus erythematodes verwendet werden. 

Affenösophagus bietet der humanen Haut vergleichbare antigene Eigenschaften und ist in Kombination mit adsorbierten Immunglobulinen ein geeignetes Substrat für den Nachweis von Autoantikörpern gegen Desmoglein 1 und 3 (Pemphigus vulgaris), Desmoglein 1 (Pemphigus foliaceus), Desmocollin 1 (IgA-Pemphigus = intraepidermale IgA Dermatose), Endomysium (Dermatitis herpetiformis) sowie für die Lineare IgA-Dermatose.
 
Harnblasenepithel (Abb.3) enthält desmosomale und hemidesmosomale Proteine, die mit Autoantikörpern bei Paraneoplastischem Pemphigus reagieren (83%-Spezifität). Die Bindung erfolgt sowohl intraepidermal wie auch entlang der Basalmembran. Im Unterschied dazu reagieren Autoantikörper der anderen Pemphigustypen ausschließlich mit geschichtetem Plattenepithel.


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